Kampf um die Kakadu-Haltung landet vor Gericht

von Thorsten Blaufelder

Krächzen, Kreischen und Pfeifen – die Stimme von Kakadus ist vielfältig und laut. Doch mit Baurecht kommen Kakadu-geplagte Anwohner dem Vogellärm nicht bei, wie das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen in Münster in einem inzwischen schriftlich veröffentlichten Urteil vom 18.02.2016 entschied (AZ: 10 A 985/14). Ordnungsrechtliche Auflagen sind danach aber möglich.

Konkret gab das OVG einer Kakadu-Freundin aus dem Raum Düsseldorf recht. Sie hatte in ihrem Haus acht Kakadus gehalten, die laut Online-Lexikon Wikipedia sehr laut sein und – wie verschiedene andere Papageienvögel auch – die menschliche Stimme nachahmen können.

Anwohner beschwerten sich über die Tiere, und so nahm sich zunächst das Ordnungsamt der Sache an. Es ordnete an, dass die Kakadus nur zwischen 10 und 12 sowie 17 und 19 Uhr ins Freie gelassen werden dürfen. Außerhalb dieser Zeiten bestand Hausarrest, Türen und Fenster seien „fest zu verschließen“.

Offenbar waren nicht alle mit dem Ergebnis zufrieden. Nach einer Ortsbesichtigung durch den Landkreis schritt jedenfalls die Bauaufsicht ein. Danach durfte die Besitzerin nur zwei Kakadus behalten. Ein Einzelvogel wäre mit den Grundsätzen des Tierschutzes nicht vereinbar, begründete die Behörde das Zugeständnis eines zweiten Tiers.

Und es wäre wohl auch keine Lösung im Interesse der Anwohner gewesen. Denn laut Wikipedia benötigen die Tiere „sehr viel Zuwendung“ und daher „mindestens einen Partnervogel derselben Art“. Andernfalls komme es „schnell zu psychischen Problemen bei den Tieren, die sich vor allem in Dauergeschrei und Rupfen der Federn äußern“.

Neben der Beschränkung auf zwei Tiere machte die Bauaufsicht weitere Auflagen zur Lärmbegrenzung. Für die entsprechende Ordnungsverfügung sollte die Besitzerin 400 Euro bezahlen.

Dagegen klagte die Kakadu-Freundin. An die zeitlichen Vorgaben des Ordnungsamts habe sie sich gehalten, die Wohnruhe werde daher nicht gestört ...

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