Abmahngefahr bei Onlinewerbung mit Bisher-Preisen

von Niklas Plutte

Werbung mit früher verlangten Preisen ist in Onlineshops sehr beliebt, um die Attraktivität des aktuellen Preises besonders hervorzuheben. Mit Bisher-Preisen darf allerdings nur für kurze Zeit geworben werden, andernfalls drohen Abmahnungen.

Bisher-Preise über drei Monate nach Umstellung

In einem vor dem Landgericht Bochum verhandelten Fall hatte ein Onlinehändler in seinem Shop T-Shirts mit einem Bisher-Preis beworben. Dabei stellte er dem teureren Bisher-Preis einen günstigeren Verkaufspreis gegenüber. So entstand bei Interessenten der Eindruck, ein Schnäppchen zu erwerben – eine an sich zulässige Form der Preiswerbung, sofern die Werbebehauptung inhaltlich richtig ist.

Hier lag die Krux im Detail. Der Onlinehändler hatte den angegebenen Bisher-Preis nämlich tatsächlich früher verlangt. Ein Konkurrent störte sich allerdings daran, dass der durchgestrichene Bisher-Preis nachweislich schon mehr als drei Monate seit Preisumstellung nicht mehr vom Onlinehändler gefordert worden war.

LG Bochum: Bisher-Preise irreführend bei zu langem zeitlichen Abstand

Das Landgericht Bochum gab der Klage des Konkurrenten statt und verbot dem Onlinehändler, Produkte mit einem Bisher-Preis zu bewerben, wenn zwischen der Bewerbung und dem Angebot eine erhebliche Zeitspanne liege. Der Verkehr verbinde mit einem „Bisher“-Preis einen Preis, der bis vor kurzem für diesen Artikel gefordert wurde ...

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