Urteil des OLG Rostock in Sachen "Rabauken-Jäger"

Oberlandesgericht Rostock, Urteil vom 09.09.2016 - 20 RR 66/16 Urteil des OLG Rostock in Sachen "Rabauken-Jäger" Auf der Bundesstraße fuhr ein Jäger, der ein überfahrenes Reh mit einem Seil an die Anhängerkupplung gebunden hatte und hinter sich her schleifte. Ein weiterer Autofahrer erstellte ein Bild und verbreitete es in den sozialen Medien. In der Zeitung wurde der Jäger als "Rabauken-Jäger" betitelt. Dagegen stellte er Strafantrag wegen Beleidigung. Der Sachverhalt

Ein unbekannter Dritter beobachtete und fotografierte, wie das Fahrzeug des Jägers auf der stark befahrenen Bundesstraße kurz vor einer Abzweigung fuhr. An der Anhängerkupplung des Fahrzeuges war mit einem Seil ein Rehkadaver befestigt. Das Reh war durch ein Unfallereignis in Mitleidenschaft gezogen worden und lag schon längere Zeit.

Der Jäger zog den Kadaver wenige Meter bis zur nächsten Abzweigung über die Straße und verlud bzw. entsorgte es dann ordnungsgemäß. Der Nordkurier berichtete in der regionalen Ausgabe "Haff-Zeitung" über diesen Vorfall und betitelte den den Jäger als "Rabauken-Jäger". Der Jäger sieht den Tatbestand der Beleidigung gemäß § 185 StGB erfüllt. Dass der Jäger das Reh nicht etwa erlegt hatte, sondern mit seinem Verhalten lediglich der von dem Kadaver ausgehenden Gefahr für den Straßenverkehr begegnen wollte, stellte sich erst später heraus.

Das Amtsgericht Pasewalk sah den Redakteur der Beleidigung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von insgesamt 1000€ (20 TS). Das Landgericht Neubrandenburg, Urteil vom 05.02.2016 - 90 Ns 75/15 bestätigte die Entscheidung des Amtsgerichts.

Die Zeitschrift für das Juristische Studium (ZJS) setzt sich in einer Entscheidungsbesprechung mit dem Urteil des Landgerichts auseinander. Hier fasst Prof. Dr ...

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