Sagen Sie „ja“ zum IT-Projektvertrag!

von Florian Decker

Sobald eine Software entwickelt werden soll, wird ein komplexer Prozess in Gang gesetzt, wir nennen es „IT-Projekt“. Zu Beginn des Projekts sind sowohl Auftraggeber und Auftragnehmer meist sehr zuversichtlich, so dass rechtliche Grundlagen in Form von Projektverträgen gerne vernachlässigt werden. Häufig rächt sich das, denn es ist eher die Ausnahme als die Regel, dass ein IT-Projekt wirklich reibungslos verläuft.

Wir erleben regelmäßig, dass unsere Kanzlei um Hilfe gebeten wird, sobald die berühmte „Projektschieflage“ eingetreten ist: Das Projekt läuft nicht wie erwartet, der Auftraggeber verweigert Abschlagszahlungen, der Auftragnehmer stellt daraufhin seine Arbeiten bis auf Weiteres ein. Es droht das Scheitern des Projekts mit anschließendem Gerichtsprozess, der in der Regel Jahre dauert und äußerst kostenintensiv ist. Ausgang? Ungewiss.

In dieser Situation sollen wir dann retten, was zu retten ist. Da es meist jedoch keine Projektverträge gibt, ist es nicht gerade einfach, eine außergerichtliche Lösung zu finden. Oft gelingt uns das, manchmal auch nicht. Klar ist jedoch, dass beide Seiten Zugeständnisse machen müssen. Es geht Zeit und vor allem auch Geld verloren. Wirkliche Gewinner gibt es in diesem Szenario nicht, es geht hier nur noch um Schadensbegrenzung.

Dabei lässt sich eine solche Situation häufig vermeiden, wenn die Parteien sich vor Beginn des Projekts die Mühe machen, einen Projektvertrag auszuhandeln. Hier werden vorab die Grundlagen des Projekts festgelegt und schriftlich fixiert. Wichtig sind dabei insbesondere folgende Punkte:

⦁ WAS ist vom Auftragnehmer konkret zu leisten?

Früher wurde in der Regel nach dem klassischen “Wasserfallmodell“ verfahren. Dazu ist es nötig, dass der Auftraggeber ein umfangreiches Lastenheft vorlegt, in dem sämtliche Anforderungen detailliert enthalten sind. Dadurch ist auch der Leistungsinhalt genau festgelegt ...

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