Insolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet

von Oliver Gothe Syren

In meiner Beratung von Geschäftsführern betreffend eine GmbH taucht oft die Frage auf, ob möglicherweise bei einem Insolvenzantrag ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen – also nicht eröffnet werden könnte.

Das ist der Fall, wenn die sog. Verfahrenskosten (also vor allem die Vergütung, die der Verwalter berechnet) von der (zukünftigen) Insolvenzmasse nicht gedeckt ist.

Hintergrund ist oft die Hoffnung, dass in diesem Fall (ohne Insolvenzverfahren) etwaige Ansprüche aus Geschäftsführerhaftung oder Anfechtung wegen Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen nicht relevant und ohne einzusetzenden Insolvenzverwalter nicht geltend gemacht würden.

Die Motivation ist nachvollziehbar: in rund 90% aller GmbH-Insolvenzen werden von Insolvenzverwaltern Ansprüche aus Insolvenzverschleppung und Anfechtungsansprüche geltend gemacht. Das hat in vielen Fällen erhebliche persönliche Konsequenzen für die Geschäftsführer und Gesellschafter.

Das sind allerdings zugleich die Fälle, in denen der zunächst als Gutachter eingesetzten späteren Insolvenzverwalter das Insolvenzverfahren wegen der aus diesen Ansprüchen erwarteten „Insolvenzmassezuflüsse“ eröffnen wird ...

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