Übersetzungsfehler in der DSGVO

Übersetzungsfehler sind keine Seltenheit in mehrsprachigen Gesetztexten wie dem Europarecht. Auch in der DSGVO finden sich zahlreiche Abweichungen zwischen deutscher und englischer Version.

Unstimmigkeiten zwischen den Übersetzungen der DSGVO

Wer sich intensiver mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) außereinandersetzt, findet an vielen Stellen Unstimmigkeiten zwischen der deutschen und der englischen Fassung. Hier nur zwei Beispiele:

  • Art. 33 Abs. 1 S. 1 DSGVO verweist auf die zuständige Aufsichtsbehörde gemäß Art. 51, während die englische Fassung auf Art. 55 verweist
  • Erwägungsgrund 47 der DSGVO stellt auf die “vernünftigen Erwartungen” der konkreten betroffenen Person ab, während die englische Variante mit “reasonable expectations of data subjects” eher auf eine Durchschnitterwartung abzuzielen scheint
“Übersetzungsfehler” müssen keine Schlamperei sein

Natürlich sind Unstimmigkeiten bei Übersetzungen nicht zu vermeiden, weil sich Begriffe selten vollkommen deckungsgleich in eine andere Sprache übersetzen lassen. Oder wie Jan Messer in seinem Werk “Die Verständlichkeit multilingualer Normen” wunderschön formuliert (S. 118):

“Übersetzungen von Normentexten führen zu Textdivergenzen. Dies ist bis zu einem gewissen Grad unvermeidbar und stellt die Norminterpreten vor die Frage, wie sie mit bedeutungsrelevanten und entscheidungserheblichen Unterschieden umgehen sollen ...

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