Alles nachhaltig oder, was?

von Carola Rinker

Die neue CSR-Richtlinie oder wie wir uns selbst belügen (wollen?)

Das Thema Nachhaltigkeit hat nun auch das Rechnungswesen erreicht. Doch was ist denn eigentlich nachhaltig? Tja, allein wenn man den Begriff googelt erhält man mehr als 10 Millionen Einträge. Halt: Ich habe gegoogelt, war das gerade nachhaltig? Egal. Solange es niemanden interessiert, kann ich weiterhin googeln.

Ab 2017 oder anders gesagt „für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre“ sind bestimmte Unternehmen dazu verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen und zu veröffentlichen. Welche Unternehmen betrifft das? Denn eigentlich wollten wir doch Bürokratie abbauen. Aber gut, es geht um Nachhaltigkeit. Dafür lohnt sich der Mehraufwand auf alle Fälle. Man sollte nur nicht berechnen, wie viele Ressourcen durch die Berichterstattung gebraucht werden. Schließlich ist Nachhaltigkeit gerade im Trend.

Die Pflicht zur Erstellung eines Berichtes gilt auch nur für kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Kreditinstitute und Versicherungen, die mehr als 500 Mitarbeiter haben. Eine Bank soll nachhaltig sein können? In der Werbung kommt das zwar in letzter Zeit immer wieder. Aber hat sich die Denkweise und die Handlungen seit der Finanzkrise den um 180 Grad gedreht? Eine 180-Grad-Drehung würde gar nicht ausreichen. Es gibt sicherlich Banken, die genau auf diesem Prinzip der Nachhaltigkeit aufgebaut sind. Aber die Zocker-Banken sollen nun jetzt nachhaltig sein? Oder darüber berichten, wie nachhaltig sie angeblich sind? Kaum zu glauben.

Sind denn die Aktionäre auch an der Nachhaltigkeit interessiert, wenn ihre Dividende geringer ausfällt? Das wäre schön. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass der Druck auf den Vorstand eines börsennotierten Unternehmens hinsichtlich der Gewinnerzielung geringer werden wird ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK