Kommentar: Atombomben freie Welt gibt es nur mit dem weltweiten Ende der Atomenergie

von Dr. Peter Nagel

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn am 29. August 1991, bald nach der Unabhängigkeit von Russland, schloss die Regierung Kasachstans das Atomwaffengelände in Semipalatinsk, den damals viertgrößten Atomkomplex weltweit. Dieser mutige Schritt war ein erster wichtiger Schritt für die weltweite nukleare Abrüstung. Der Präsident Kasachstans, Nazarbayev, stellte dies mit ganzem Stolz in seiner Eröffnungsrede heraus und forderte die Welt auf, die nukleare Abrüstung voranzutreiben.

Leider fehlten hochrangige Regierungsvertreter auf Ministerebene aus den Atomwaffenstaaten und großen Industrienationen (nur Japan war mit einem Vizeminister vertreten), ein bedenkliches Zeichen, was unterstreicht, dass es zu einer atomwaffenfreien Welt noch ein weiter Weg ist.

Die Botschaften der Konferenz waren sehr stark. In der Abschlusserklärung wird eine atomwaffenfreie Welt gefordert. Schritte dazu sind insbesondere die Stärkung der internationalen Bemühungen und der Verträge für die Nichtverbreitung von Atomwaffen, ein klares Verbot von Atomwaffentests und weitere notwendige Maßnahmen.

Keine Rolle spielte in den offiziellen Erklärungen und Forderungen eine weltweite Beendigung der Atomenergie. Dabei ist überall in der Welt zu sehen, dass Atomreaktoren die Basis sind, um Atomwaffenmaterial zu erzeugen. US Präsident Dwight Eisenhower hatte 1952 das Atomenergieprogramm „Atoms for Peace“ ausgerufen, um eine Akzeptanz für die Atomenergie zu schaffen. In Wirklichkeit schaffte er so die Möglichkeiten der Entwicklung der Wasserstoffbombe und weiterer Atomwaffen.

Die gesellschaftliche und politische Diskussion über nukleare Gefahren wurde mit „Atoms for peace“ bis heute unterdrückt, noch immer glauben viele, dass es eine friedliche Nutzung der Atomenergie geben könne ...

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