Warum man Account-Passwörter gut schützen sollte

von Conrad S. Conrad

Wer sorglos mit den Zugangsdaten seines Facebook-Accounts umgeht, haftet unter Umständen für Rechtsverstöße, die Dritte damit begehen. Das entschied jüngst das OLG Frankfurt am Main (Urteil vom 21. Juli 2016 – Az.: 16 U 233/15) und verurteilte einen Account-Inhaber zur Zahlung einer Geldentschädigung in Höhe von 3000 Euro zuzüglich der Anwaltskosten.

Was war passiert? Der Betroffene hatte sich zuvor mehrmals bei Freunden und Bekannten mit seinem Facebook-Account eingeloggt. Einer dieser nutzte irgendwann später den Account des Verurteilten, indem er sich ohne Zustimmung und Kenntnis des Betroffenen dessen Zugangsdaten verschaffte, und veröffentlichte folgend im persönlichen Facebook-Profil des Betroffenen sowie auf der Pinnwand einer Gruppe mehrere beleidigende Äußerungen. Der Betroffene löschte zwar diese Beiträge umgehend, musste sich in der Folgezeit jedoch gerichtlich für die „fremden“, anstößigen Beiträge unter seinem Namen verantworten.

Im Prozess konnte der verurteilte Account-Inhaber zwar belegen, diese ehrverletzenden Beiträge nicht selbst verfasst zu haben, musste jedoch später eingestehen, die Zugangsdaten zum Account nicht hinreichend geschützt zu haben. Die Richter ließen auch nicht das Argument gelten, dies sei ein „jugendtypisches Verhalten“. Auch Minderjährige haben auf ihre Daten zu achten, so das Gericht ...

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