Staatsanwalt „Tassilo von Hirsch“ muss ins Gefängnis

von Andreas Stephan

Er nannte sich Staatsanwalt „Tassilo von Hirsch“, „Marc von Battenstein“ oder auch „Dr. Dr. Marc Joachim Aubach“. Nun musste sich der 28-jährige Hochstapler Marc G. vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten. Er wurde wegen Betrugs und Titelmissbrauchs schuldig gesprochen.

3 Jahre und 9 Monate Freiheitsstrafe – so lautete das Urteil des Landgerichts Düsseldorf. Dem mehrfach einschlägig vorbestraften Marc G. wurden über 30 Taten vorgeworfen. Der Gesamtschaden wurde mit etwa 30.000 Euro beziffert. Die höchste Einzelstrafe wurde verhängt, weil Marc G. eine Prostituierte per Flugzeug aus Berlin nach Ratingen bestellt hat, ihr aber die versprochenen 10.000 Euro nicht bezahlt hat, nachdem sie bei ihm mehrere Stunden mit verbundenen Augen zu Diensten war. Damit seine unter ihm wohnende Mutter nichts hörte, musste die Escort-Dame Balletschuhe tragen.

Marc G. soll mehrere Stellenanzeigen geschaltet und den „Bewerberinnen“ bis zu 20.000 Euro für Sex geboten haben. Nur mit dem Bezahlen hatte er dann „Schwierigkeiten“. Angeklagt waren auch einige Warenbestellbetrügereien. 38 verschiedene Alias-Namen wirft ihm die Anklage vor. Selbst unter dem Namen seiner Mutter soll der Angeklagte Waren bestellt und nicht bezahlt haben. Marc G. hat den Großteil der Taten gestanden, sonst wäre die Strafe wohl deutlich höher ausgefallen. Auch wenn einige seiner Bestellversuche scheiterten, gab er zu, dass er die Waren nie bezahlt hätte, wenn sie jemals geliefert worden wären. Die ihm vorgeworfene sexuelle Ausbeutung von Frauen stritt er aber vehement ab.

Sogar seinen eigenen Anwalt nutzte er für seine Betrügereien aus: Bei Telefonaten mit Sex-Hotlines gab er das Konto der Anwaltskanzlei seines Verteidigers an. Die Kontodaten hatte er einfach vom Briefpapier übernommen. „Er wollte lustvoll betrügen.“ Das sei wie eine Spielsucht ...

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