Berliner Innensenator fordert vom Bundesinnenminister Abkehr von der Bestenauslese der Bundesbeamten - Was Kannibalismus, Kopftausch, Raubernennungen und das Prinzip der Bestenauslese miteinander zu tun haben

Dass ein Berliner Innensenator vom Bundesinnenminister Abkehr von der Bestenauslese der Bundesbeamten fordert, ist eine schlimme Sache, werden Sie vielleicht denken. Vor allen Dingen, wenn Sie noch einer Generation angehören, in der Innenminister und Innensenatoren den Ruf genossen, „Verfassungsminister und Verfassungssenatoren“ zu sein. Nun, früher war alles besser … Allerdings kann sich der Innensenator auf Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts berufen … Die war nicht besser.

Was ist passiert? Der Innensenator fühlt sich bzw. das Land Berlin vom Bund unfair behandelt. Der Tagesspiegel berichtet darüber unter der Schlagzeilen: Henkel wirft Bund „Kannibalisierung“ vor und „Raubernennung“ im Bundeskanzleramt Kannibalisierung durch den Bund liegt selbstredend keineswegs im Berliner Interesse. Nun wissen Sie als treuer Leser von Justiz-und-Recht.de natürlich, dass Bund und Länder in Wahrheit keine Interessen haben, sondern nur Interessen der Bürger (siehe Mythos der Interessen des Bundes, der Länder oder der Kommunen – und eine Anmerkung zum Wettbewerbsföderalismus). Nichtsdestotrotz: Man könnte schon auf den Gedanken kommen, der Bund sei unfair gegenüber Berlin. Nicht aber gegenüber den Berliner Polizisten. Denn diesen bietet er eine bessere Bezahlung …

Berliner Besoldungsrückstand und Personalrekrutierung in Zeiten des Mangels

Wie allseits bekannt: In Sachen Besoldung ist Berlin Schlusslicht. Wenn Sie ein Beamtenhasser sind, haben Sie natürlich kein Problem damit. Die Berliner Beamten aber schon. In Berlin sitzen in gemeinsamen Behörden der Länder Brandenburg und Berlin zwei Mitarbeiter in einem Raum, tun genau das gleiche, sind genauso qualifiziert, aber einer verdient erheblich weniger, nur weil er im Berliner Landesdienst steht. In Berliner Jobcentern erleben Sie genau das Gleiche, nur dass hier Bundesbedienstete mit Berliner Bediensteten an einem Tisch sitzen. Dabei geht es nicht um Peanuts ...

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