BGH schränkt eBay Betrügereien ein

eBay – Mein ein für alles. Die Werbung verspricht nicht zu Unrecht ein schier unbegrenztes Warenangebot, das kaum einen Wunsch unerfüllt lässt. Auf dem Internet- Marktplatz tummeln sich seit ihren Anfängen jedoch auch Betrüger, die nach leichten Opfern Ausschau halten, um sich kaltschnäuzig zu bereichern. Der BGH hat nun mit zwei der häufigsten Methoden abgerechnet. 1. Die Abbruchjäger

Abbruchjäger sind Bieter, die sofort nach Auktionsbeginn ein niedriges Gebot auf einen höherwertigen Artikel (von iPhone bis Kfz) abgeben, ohne ihn je wirklich Interesse an seinem Erwerb zu haben. Das platzierte Maximalgebot beläuft sich auf maximal 1/3 des Marktwertes. Dies erfolgt mit der Kalkulation, dass der Verkäufer das Angebot, warum auch immer, abbricht. Dann nämlich kommt der Abbruchjäger daher und fordert Schadensersatz.

Er macht sich dabei zu Nutze, dass nach den eBay-Geschäftsbedingungen regelmäßig ein Vertrag trotz des Abbruches zu Stande kommt. Und zwar für den Preis, der aktuell das Höchstgebot darstellt.

Im BGH-Fall hatte der Verkäufer seine Auktion über ein Motorrad abgebrochen, als das Höchstgebot nicht mehr und nicht weniger als 1,- € betrug. Der Abbruchjäger wartete 6 Monate und forderte dann die Differenz zwischen Wert des Motorrades und seines Gebotes in Höhe von 4899,- €.

Schon die Vorinstanz (LG Görlitz) war dem Abbruchjäger auf die Schliche gekommen. Er hatte innerhalb nur eines Sommers auf eBay-Auktionen Gebote in Höhe von 211.000 € abgegeben. Dabei war er augenscheinlich aber vollkommen mittellos. In vier Fällen, in denen die Verkäufer sich seiner Schadensersatzforderung widersetzten, beantragte er Prozesskostenhilfe zur gerichtlichen Durchsetzung seiner Forderung. Das Landgericht wies seine Klage gegen den Verkäufer des Motorrades daher ab.

Der BGH äußerte sich zu dieser Einschätzung zustimmend. Die Vorgehensweise war rechtsmissbräuchlich. Die Urteilsbegründung liegt noch nicht vor ...

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