Beschaffungsrisiko bei Volkswagen im Lagebericht

von Robin Mujkanovic

Der Volkswagen-Konzern hält uns seit einiger Zeit atemlos auf Trab. Die schier endlose Geschichte um die Abgasmanipulationen wurden schon in früheren Blogs aus bilanzieller Sicht problematisiert. Nun hat sich mit dem Streit um die Belieferung mit Sitzbezügen und vor allem Getriebegehäusen eine neue Baustelle aufgetan. Diesmal steht Volkswagen vordergründig als Opfer da, wobei die Gegenpartei sich wohl wegen einer aufgelösten Entwicklungsbeziehung benachteiligt fühlt. Gerade war zu lesen, die Streitparteien hätten sich geeinigt. Mir ist bei dem ganzen Vorgang durch den Kopf gegangen, wie Volkswagen mit dem Risiko aus der Beziehung zu Lieferanten in der Berichterstattung umgegangen ist.

Im Lagebericht ist unter anderem über die Risiken des Unternehmens zu berichten (§ 289 Abs. 1 Satz 4, § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB). Diese Vorschriften gelten auch für IFRS-Bilanzierer wie Volkswagen, weil sie einen Lagebericht nach deutschem Recht zu erstellen und veröffentlichen haben (§ 315a Abs. 1 HGB). In den letzten Jahren hat zunächst der Gesetzgeber immer wieder die Bedeutung der Prognose-, Chancen- und Risikoberichterstattung gestärkt. Im Anschluss haben die Enforcement-Instanzen wie die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung intensiv in die Risikoberichte deutscher Unternehmen geschaut, weil hier einiges im Argen lag. Also sollte man meinen, dass wesentliche Risiken im Lagebericht von Volkswagen erläutert wären.

Im vorliegenden Fall hatte sich das Risiko eines Lieferausfalls des einzigen Lieferanten für ein bestimmtes Teil des Getriebegehäuses verwirklicht. Damit war die Produktion in einigen Bereichen des Konzerns zum Erliegen gekommen. In der Folge wird mit erheblichen Belastungen bei Volkswagen gerechnet. Deutlich wird, dass der längere Ausfall eines exklusiven und kurzfristig nicht zu substituierenden Lieferanten für das Unternehmen wegen der dadurch ausgelösten Produktionseinschränkungen zu erheblichen Folgen führen kann ...

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