75.000 Euro oder 750 Euro erhalten? Das ist hier die Frage!

von Thorsten Blaufelder

Auf einem Quittungsbeleg sollte zur Sicherheit immer auch der volle Betrag als ausgeschriebenes Zahlwort stehen. Denn ist strittig, ob ein Schuldner auf einer Quittung einfach später zwei Nullen an den Quittungsbetrag angefügt hat, kann dies unter Umständen nur ein Schriftsachverständiger noch klären, so der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Montag, 22.08.2016, veröffentlichten Beschluss (AZ: XII ZR 125/14). Die Karlsruher Richter gaben damit der Nichtzulassungsbeschwerde einer Frau aus dem Raum Köln statt.

Im Streit ging es um zwei Nullen auf einem Quittungsbeleg. Die Klägerin hatte einem Freund 2012 insgesamt 87.200,00 € geliehen. Dieser zahlte zunächst einen Teilbetrag in Höhe von 10.000,00 € zurück. Am 08.06.2013 folgte in bar eine weitere Rückzahlung. Die Klägerin hatte dazu eine Quittung ausgestellt und diese unterschrieben.

Der Quittungsbeleg wies den Betrag 75.000,00 € aus. Zusätzlich fanden sich die Worte „sieben/fünf/null/null/null“ auf dem Beleg.

Doch die Klägerin bestritt, 75.000,00 € erhalten zu haben. Ihr Bekannter habe einfach zwei Nullen sowie die Worte „null/null“ angefügt. Tatsächlich habe sie nur 750,00 € erhalten ...

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