Warum uns Do Not Track nicht schützt – Plädoyer für eine Gesetzesänderung

von Sven Venzke-Caprarese

Ich persönlich mag Do Not Track, bzw. die Idee dahinter: Internetnutzer sollen sich frei entscheiden können, ob sie getrackt werden oder nicht. Wer nicht getrackt werden möchte, bringt dies einfach über eine entsprechende Einstellung seines Browsers zum Ausdruck. Der Browser sendet diese Entscheidung bei jedem Besuch einer Internetseite mit. Der jeweilige Webseitenbetreiber erfährt so davon und kann sich danach richten.

Eine Technologie wie Do Not Track scheint angesichts der wachsenden Trackingtechnologien immer wichtiger zu werden. Dabei geht es nicht nur darum, sich bzw. die eigene Privatsphäre vor HTML-Cookies zu schützen. Denn Tracking im Netz erfolgt heutzutage z.B. auch mittels Fingerprints, Web Beacons, Evercookies sowie geräteübergreifenden User-IDs. Einzelne Nutzer können auf diese Weise über lange Zeiträume und über mehrere Geräte hinweg sogar diensteanbieterübergreifend getrackt werden. Dabei ist insbesondere der Einsatz von Browser-Fingerprints technisch nicht feststellbar.

Ist Do Not Track geeignet, vor diesem Hintergrund das Gleichgewicht zwischen Internetnutzer und weitverzweigten Werbenetzwerken wiederherzustellen? Leider nicht.

1.) Do Not Track wird ignoriert

Obwohl deutsche Datenschutzaufsichtsbehörden (LfDI Hamburg, 24. Tätigkeitsbericht 2012/2013, S. 182) vor einigen Jahren noch davon ausgingen, „dass die Aktivierung der Do-Not-Track-Option im Browser für den Webseitenbetreiber als Signal zu verstehen ist, dass der Nutzer sein Widerspruchsrecht nach § 15 Abs. 3 Telemediengesetz ausübt“, wird Do Not Track häufig einfach ignoriert. Besonders deutlich zeigt dies folgendes Beispiel:

Zum Bild: Im Jahr 2014 sagte Google noch ausdrücklich, dass Do Not Track ignoriert wird.

2.) Scheinrechtfertigung durch Banner

Stattdessen versuchen Website- und Werbenetzbetreiber immer häufiger, ihre Trackingaktivitäten durch „Einwilligungen“ der Nutzer zu legitimieren ...

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