Examenskandidat klagt gegen Note – und verliert

Fast jedem von uns ist es schon einmal passiert. Wir haben in eine Klausur geschrieben, von der wir dachten, es wird die beste unseres gesamten Studiums gewesen sein. Das ernüchternde Ergebnis: Drei Punkte- mangelhaft.
Ob man da remonstrieren sollte? Ältere Semester werden gefragt. Es wird gedrängt. Drei Punkte seien eine Einladung zur Remonstration, der Prüfer wolle damit doch sagen, dass es so schlecht nicht gewesen sei und schließlich versucht man es.
In den meisten Fällen endet das mit einem Brief vom Prof, in welchem er ausführlich erklärt, WIE schlecht die eigene Ausarbeitung doch gewesen sei. Nur selten gibt es eine Änderung der Note.
Das ist oft ärgerlich aber auch nicht sehr dramatisch. Das Fach wird wiederholt, die Klausur neu geschrieben und zumeist im Zweitversuch bestanden.
Die begangenen Fehler brennen sich ein und werden mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nie wieder begangen.

Im Examen sieht das jedoch anders aus. Hier kann ein Punkt mehr oder weniger über das Bestehen im schriftlichen Teil entscheiden. In einer Klausur drei anstelle von vier Punkten kann die magische 21-Punkte-Hürde bereits zum Wackeln bringen.
Ein Göttinger Student erfuhr dies am eigenen Leib. Er kam auf insgesamt 20,5 Punkte. 0,5 Punkte war er von einem Bestehen entfernt.
Da es sich bei der Feststellung und Mitteilung des endgültigen Durchfallens um einen Verwaltungsakt handelt, kann man gegen diesen Widerspruch einlegen. Der Betroffene hatte insoweit im Öffentlichen Recht aufgepasst und widersprach. Anknüpfungspunkt war eine Klausur, in der ihm zunächst vier Punkte gegeben wurden.
In einem Überprüfungsverfahren wurde seine Note auf fünf Punkte angehoben. Dann jedoch wies die Erstgutachterin darauf hin, dass große Teile seiner Arbeit wörtlich mit der Klausurlösung aus einem Repetitorium übereinstimmten. Deswegen sei die Klausur keine eigenständige Leistung gewesen ...

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