Lektion 5 – Geistiger Gehalt

von Maximilian Greger

Damit ein Werk urheberrechtlichen Schutz genießt, muss es einen geistigen Inhalt aufweisen, also die Gedanken- oder Gefühlswelt des Schöpfers ausdrücken. Das Werk muss also auf den Konsumenten eine geistig anregende Wirkung haben, z. B. unterhaltend, belebend, veranschaulichend, erbauend etc. Der Konsument darf also nicht nur sagen: »Aha, ein Tisch.« Der Tisch muss ein Gefühl in ihm hervorrufen.

Wir unterscheiden drei Möglichkeiten, die Gefühlswelt des Schöpfers rüberzubringen:

1. Besondere Auswahl, Anordnung und Zusammenstellung des Stoffs

Wissenschaftliche Ergebnisse, Tabellen, Kochbücher, Pläne etc. sind meist aufgrund der besonderen Auswahl, Anordnung und Zusammenstellung des Stoffs geschützt. Die schöpferische Leistung des Urhebers besteht darin, dass er die Inhalte sinnvoll auswählt und anordnet. Übrigens sind deshalb auch geografische Karten schutzfähig, da der Kartograf einen großen Gestaltungsspielraum hat, welche Elemente er wie darstellt.

2. Verknüpfung von Inhalt und Form

Bei Sprachwerken drückt sich der geistige Gehalt meist durch die besondere Verknüpfung von Inhalt und Form aus. Bei einem Gedicht ist z. B ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK