"Junges dynamisches Unternehmen" als Indiz für Altersdiskriminierung?

von Christian Rolfs

"Junges dynamisches Unternehmen" als Indiz für Altersdiskriminierung? von Prof. Dr. Christian Rolfs, veröffentlicht am 22.08.2016

Als Arbeitgeber muss man sich offenbar jung und dynamisch präsentieren, wenn man geeignete Bewerberinnen und Bewerber ansprechen will (sehen Sie einem Hochschullehrer, der an der 1388 gegründeten Universität zu Köln tätig ist, bitte nach, dass er schon nicht versteht, warum es ein Qualitätskriterium sein soll, dass ein Unternehmen "jung" ist). Dass damit eine Benachteiligung Älterer einhergehen kann, sollte sich aber inzwischen herumgesprochen haben. Das gilt insbesondere für die IT-Branche, in der auffällig viele Verfahren um eine Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG geführt werden.

Die Beklagte hatte mehrere Stellen für erfahrene Java-Software-Entwickler (m/w) aus- und dabei über sich geschrieben:

Die S-T. GmbH ist ein junges und dynamisches Unternehmen mit 65 Mitarbeitern am Stadtrand von H. Das Kerngeschäft liegt im internationalen elektronischen Handel mit Finanzinstrumenten jeglicher Art in eigenem Namen. S ist Mitglied an fast allen europäischen Börsen und Handelsplätzen und hat weitere Märkte über internationale Broker angebunden.

Die Klägerin, die es vor einigen Jahren schon einmal zum EuGH geschafft hatte, sah sich (u.a.) wegen ihres Alters diskriminiert und verlangt eine Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro. Das Arbeitsgericht Lübeck hat die Klage abgewiesen. Die Berufung blieb vor dem LAG Schleswig-Holstein erfolglos ...

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