Der Bluff der Staatsanwaltschaft

von Carl Christian Müller

Mein Mandant war vom Amtsgericht wegen zweier Straftaten zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, welche allerdings nicht zur Bewährung ausgesetzt worden war. Im Auftrage meines Mandanten hatte ich gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Die Taten hatte sich bereits in den Jahren 2012 und 2013 zugetragen und die Lebensverhältnissen meines Mandanten hatten sich deutlich konsolidiert.

Im Berufungsverfahren kam es zu einer ersten Hauptverhandlung, in der die Staatsanwaltschaft über eine Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung indes überhaupt nicht mit sich reden ließ. Gegenteilig solle mein Mandant seine Berufung zurücknehmen. Die Staatsanwaltschaft halte eine Bewährungsstrafe für völlig unangemessen und werde für den Fall, daß mein Mandant doch Bewährung oder auch nur eine geringere Strafe als in erster Instanz erhalten werde, andere Strafverfahren, von deren Verfolgung nach § 154 Abs.1 StPO abgesehen worden sei, wieder aufnehmen. Im Ergebnis werde mein Mandant dann wohl schlechter stehen als bei einer Fortführung der Berufung.

Um welche Verfahren es sich bei den wiederaufzunehmenden Verfahren handelte, vermochte der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft allerdings nicht zu sagen.

Die Hauptverhandlung wurde daraufhin unterbrochen.

Ich wandte mich schriftlich an die Staatsanwaltschaft und bat um Mitteilung, auf welche Verfahren sich die Drohung Ankündigung bezogen hatte.

Eine Antwort blieb aus ...

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