Zwei Polizisten stellen 228 Elterngeldanträge

von Stephan Weinberger

Der Traum vom großen Geld führt oftmals zu kuriosen Ideen – Zwei Polizisten aus Hessen scheuten Anfang 2015 keinen Aufwand, stellten mit gefälschten Pässen, Geburtsurkunden, Perücken und angeklebten Bärten bundesweit über 200 Elterngeldanträge. Bei Erfolg wären ihnen rund fünf Millionen Euro ausgezahlt worden. Doch sie rechneten nicht damit, dass eine ihrer Ehefrauen sie auffliegen ließ. Der Fall landete vor dem Bochumer Landgericht und mit umfassenden Geständnissen der Angeklagten.

Die beiden Beamten waren als Oberkommissare bei der Polizei beschäftigt, zur Tatzeit aber wegen psychischer Probleme nicht mehr im aktiven Dienst. „Am Anfang war alles nur Spinnerei“, äußerte sich einer der Angeklagten gegenüber den Richtern. „Aber irgendwann haben wir das dann einfach gemacht.“ Finanziell Engpässe soll es in ihren Familien nicht gegeben haben.

Diverse Unterlagen mussten von den beiden 36 und 39 Jahre alten Polizisten gefälscht werden: Für die Identität haben sie sich nach eigenen Angaben französische Papiere besorgt, mit denen sie später auch Bankkonten eröffneten. Mit Perücken und falschen Bärten entstanden Passfotos für die Ausweise, es folgten noch Gehaltsnachweise, Steuerbescheide und Geburtsurkunden ...

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