Was ist der Unterschied zwischen einer Frittenbude und unserem Staat?

von Carola Rinker

Es gibt keinen. Naja, fast keinen. Zumindest im Hinblick auf die Bilanzierung. Unsere Finanzminister des Bundes und der Länder sowie die Kommunen müssten eigentlich Geld für zukünftige Ausgaben zurücklegen. So wie es auch jedes Unternehmen in Deutschland tun muss, das bilanzierungspflichtig ist.

Laut Aussage des Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen bilanziert der Staat wie eine Frittenbude. So werden beispielsweise Wohltaten verteilt und die Kalkulation erfolgt lediglich ein paar Jahre im Voraus. Dass die Gesellschaft über ihre Verhältnisse lebt, scheint niemanden zu stören. Naja. Meine Generation schon. Denn wir müssen das alles mal bezahlen, irgendwann in der Zukunft. Nur leider sind wir die Minderheit bei den Wählern. Absolut betrachtet. Und wenn wir keine Lust haben, gehen wir einfach nicht zur Wahl. Es ändert sich ja sowieso nichts.

Raffelhüschen. Endlich kehrt ein Forscher den Dreck unter dem Teppich hervor. Während meines Studiums an der Uni Freiburg hatte ich bei Herrn Raffelhüschen die ein oder andere Vorlesung. Er hatte schon immer kein Blatt vor den Mund genommen. Mit Anzug und Krawatte kenne ich ihn nur aus den Medien. Mit Jeans und seinem „Leuchtturm-Pulli“ kam er immer in die Vorlesungen und hat damals das Wachstumsbeschleunigungsgesetz kritisiert. Aber nun zur Staatsverschuldung ...

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