LG Stuttgart: 20 % überhöhte Sachverständigenkosten für Geschädigten nicht erkennbar

von Alexander Gratz
Dieter Schütz / pixelio.de

Sachverständigenkosten sind ein Thema, das die Gerichte häufiger beschäftigt. Auch vom BGH gab es kürzlich wieder eine Entscheidung dazu. Hier hatte das LG Stuttgart selbst ein Gutachten zu der Frage, ob eine übliche Vergütung vorliegt, eingeholt. Der Verkehrsunfall ereignete sich am 26.09.2014, der Sachverständige wurde am 10.10.2014 mit der Begutachtung beauftragt und gelangte zu Reparaturkosten von netto 2044,41 €. Das LG kam zu dem Schluss, dass eine übliche Vergütung in diesem Fall – ermittelt auf Grund der BVSK-Tabelle 2013 – maximal 512,89 € betragen hätte, so dass der in Rechnung gestellte Betrag 622,13 € überhöht sei. Allerdings sei eine Überhöhung von etwas über 20 % für einen Geschädigten regelmäßig nicht erkennbar. In seinem Urteil vom 28.07.2016 (5 S 333/15) hat es für Verkehrsunfälle im Jahr 2015 übrigens die BVSK-Honorarbefragung 2015 herangezogen. (LG Stuttgart, Urteil vom 14.07.2016, Az. 5 S 164/15).

1. Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Amtsgerichts Waiblingen vom 6. Mai 2015 – 9 C 45/15 – wird zurückgewiesen.

2. Die Beklagte hat die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen.

3. Dieses Urteil sowie das in Ziff. 1 genannte Urteil des Amtsgerichts Waiblingen sind ohne Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar.

Gebührenstreitwert in zweiter Instanz: 89,82 €.

Gründe:

(abgekürzt gemäß §§ 540 Abs. 2, 313 a Abs. 1 S. 1 ZPO)

I.

Die Klägerin macht aus abgetretenem Recht einen Anspruch auf Schadensersatz aus einem Verkehrsunfall vom 26.09.2014 gegen die Beklagte wegen restlicher Sachverständigenkosten in Höhe von 94,82 € geltend. Die alleinige Haftung der Beklagten ist dem Grunde nach zwischen den Parteien unstreitig.

Der Geschädigte beauftragte am 10.10.2014 das Kfz-Sachverständigenbüro S. in … mit der Begutachtung des geschädigten Fahrzeuges ...

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