Frau soll 500 Euro für schlechte Facebook-Bewertung zahlen

von Stephan Weinberger

Wegen der Bewertung eines Bauprojekts auf Facebook soll Jessica Seidel knapp 500 Euro an Anwaltskosten bezahlen. Der Vorwurf: „zielgerichtete Rufschädigung“. Seidel hat nun selbst einen Anwalt beauftragt, der die Forderung abwehren soll. Die Bewertung mit einem Stern sei von der freien Meinungsäußerung gedeckt.

Es war am 21. Juli, als die 25-Jährige Jessica Seidel auf Facebook eine schlechte Bewertung für ein Bauprojekt abgab: Von fünf möglichen Sternen gab sie lediglich einen Stern für das von einem Makler geteilte Angebot auf der Plattform. Dass ihr dieser Klick später noch Probleme in Form rechtlicher Art bereiten wird, daran dachte Seidel nicht.

In einem anwaltlichen Schreiben wurde Seidel der „zielgerichtete Rufschädigung“ beschuldigt. Bei einem mit 5000 Euro bezifferten Streitwert fallen Rechtsanwaltsgebühren in Höhe von 492,54 Euro an. Aber nicht nur der Vorwurf an sich ärgerte Seidel. Auch die Art der Zustellung des Anwaltsschreibens: „Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil der Anwaltsbrief an meinem Arbeitsplatz ankam.“ Die 25-Jährige arbeitet als Controlling-Leiterin beim Unternehmen Unic Blue. Sie informierte auch umgehend ihren Chef über die Angelegenheit: „Ich habe ihm auch gesagt, dass es mir leid tut, dass die Firma da mit rein gezogen wird ...

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