BAG 11.08.2016 Diskriminierung wegen der Schwerbehinderung / Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG

(16.08.2016)

1. Die beklagte Stadt hat dadurch, dass sie den Kläger nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen hatte, die Vermutung begründet, dass der Kläger wegen seiner Schwerbehinderung aus dem Auswahlverfahren vorzeitig ausgeschieden und dadurch benachteiligt worden ist. 2. Die beklagte Stadt war von ihrer Verpflichtung, den Kläger zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, auch nicht nach § 82 Satz 3 SGB IX befreit. Auf der Grundlage der Angaben des Klägers in seiner Bewerbung durfte sie nicht davon ausgehen, dass diesem die erforderliche fachliche Eignung offensichtlich fehlte. Das BAG hat die Revision der beklagten Stadt zurückgewiesen, wodurch die Stadt dem Bewerber eine Entschädigung in Höhe eines Bruttomonatsverdienstes zu zahlen hatte.

BAG 11. August 2016 – 8 AZR 375/15 – Vorinstanz: Hessisches Landesarbeitsgericht Urteil vom 2. Juni 2015 – 8 Sa 1374/14 – Zum Fall in der Pressemitteilung des BAG heißt es: „Die beklagte Stadt schrieb Mitte 2013 die Stelle eines „Techn. Angestellte/n für die Leitung des Sachgebiets Betriebstechnik“ des von ihr unterhaltenen Komplexes „Palmengarten“ aus. In der Stellenausschreibung heißt es ua.: „Wir erwarten: Dipl.-Ing. (FH) oder staatl. gepr. Techniker/in oder Meister/in im Gewerk Heizungs-/Sanitär-/Elektrotechnik oder vergleichbare Qualifikation; …“ ...

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