Vater muss WhatsApp bei seinen Kindern entfernen

von Stephan Weinberger

Das Amtsgericht Bad Hersfeld hat einem alleinerziehenden Vater unter anderem die Auflage erteilt, WhatsApp und ähnliche Messenger-Dienste, welche eine zwangsweise automatische Vernetzung des Nutzers mittels der eigenen sowie fremder im Gerät hinterlegter Mobiltelefonnummern zwingend vorsehen oder vorschreiben, von den Smartphones seiner minderjährigen Töchter zu entfernen. Hintergrund waren wiederholt vorgekommene „Sexting“-Vorfälle, die das Wohl der Töchter sichtlich negativ beeinträchtigen, so das Gericht.

Wie kam es dazu?

Nachdem den Behörden bekannt geworden war, dass die minderjährigen Töchter schon seit längerer Zeit Nachrichten mit sexualisierten Inhalten („Sex-Texting“ oder „Sexting“) per WhatsApp übermittelt bekamen, beantragte die Mutter – weil sie dem Vater Vernachlässigung der Aufsichtspflicht vorwarf – zuerst die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts für beide Töchter. Die Anträge zog sie zurück, nachdem klar wurde, dass der Vater über die konkret im Raume stehenden Vorwürfe zuerst nicht informiert war, dann aber glaubhaft angab und aufzeigte, die weitere Kommunikation mit dem Sender der Nachrichten gegenüber den Töchtern verboten zu haben.

Das Gericht hielt es nach seinen ausführlichen Ermittlungen trotzdem für geboten, dem Vater Auflagen zu erteilen und grundsätzlich Hilfestellungen zu der Thematik Messenger-Nutzung durch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zu geben.

Die Kindeseltern der beiden Mädchen S., derzeit 15 Jahre alt, und T., derzeit 10 Jahre alt, hatten sich im Jahre 2006 getrennt und sind geschieden. Beide Töchter besitzen Mobilfunkgeräte. Die jüngere Tochter T. besitzt ein Smartphone, und die ältere Tochter S. besitzt zwei Smartphones. Auf den Mobiltelefonen der Töchter ist neben anderen Programmen bzw. Apps auch jeweils die Messenger-App „WhatsApp“ installiert. Am 13.5.2016 erstattete die ältere Tochter S ...

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