Bank fährt halbe Milliarde € Verlust ein – Banker erhält dennoch Boni

von Thorsten Blaufelder

Fährt eine Bank einen Verlust von über 656 Millionen € ein, können trotzdem Boni-Zahlungen an die Bank-Manager fällig werden. Auch wenn sich die Bank arbeitsvertraglich die Höhe der Boni-Zahlung vorbehält, muss sie bei einem Verzicht auf entsprechende Leistungen dies genau begründen, urteilte am Mittwoch, 03.08.2016, das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (AZ: 10 AZR 710/14). Werde dies unterlassen, müsse die Höhe der Boni gerichtlich bestimmt werden. Der allgemeine Hinweis auf einen besonders hohen Verlust reiche nicht aus, einem einzelnen Bank-Manager die Vergünstigung zu verweigern.

Damit bekam ein früherer Angestellter der Bank of Scotland recht, der vom 01.01.2010 bis zum 30.09.2012 als Managing Director in der deutschen Niederlassung des Instituts arbeitete. Laut Arbeitsvertrag hatte er Anspruch auf einen Bonus und/oder einem sogenannten „Deferral Plan“. Dabei können beispielsweise Aktienoptionen gewährt werden.

Der Arbeitgeber behielt sich allerdings vor, über die Höhe der Boni „nach billigem Ermessen“ zu entscheiden. Theoretisch ist damit möglich, dass auch null Euro an Boni gezahlt werden. Die genauen Voraussetzungen für die Boni wurden nicht festgelegt.

Während der Kläger für das Geschäftsjahr 2009 noch 200.00,00 € als Bonus erhielt, reduzierte dieser sich 2010 auf 9.920,00 €. Im Jahr 2011 gab es für den Kläger gar nichts. Die Bank verwies dabei auf den allgemeinen Hinweis, dass sie 656 Millionen € Verlust erwirtschaftet hatte ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK