Welche Auskünfte stehen dem Pflichtteilsberechtigten zu?

von Tobias Goldkamp

Erben sind verpflichtet, denjenigen, die bei gesetzlicher Erbfolge Erben geworden wären, es jedoch aufgrund anderslautender letztwilliger Verfügung nicht geworden sind, Auskünfte über Erblasser, Nachlassbestand, Nachlasswert und Schenkungen zu erteilen und eine Abfindung in Geld, den Pflichtteil, zu zahlen.

Der Erbe hat auf Aufforderung durch Vorlage eines Nachlassverzeichnisses Auskunft über den Bestand des zum Zeitpunkt des Todes – Stichtag Todestag – zu erteilen (§§ 2314, 260 BGB).

Das Verzeichnis muss das gesamte Nachlassvermögen und alle Nachlassverbindlichkeiten auflisten. Zum Nachlassvermögen gehören sämtliche bei dem Erbfall vorhandenen Immobilien, Sachen, Gesellschaftsbeteiligungen und Forderungen, auch Teileigentum. Unter das Nachlassvermögen fallen z.B. Grundstücke, Unternehmen und Erwerbsgeschäfte, Konten, Bankschließfächer, Bargeldbeträge, Wertpapiere, Kunstgegenstände, Antiquitäten, Schmuck, Forderungen aus Darlehen-, Miet-, Pacht- und Kaufverträgen, Hypotheken-, Grund- und Rentenschuld-, Bürgschaftsforderungen, Bausparversicherungen, Steuererstattungsansprüche, Fahrzeuge, Boote, Wohnwagen, Anteil an einer anderen Erbengemeinschaft, Verlags-, Patent- und Urheberrechte, Maschinen.

Hierzu zählen bestehende Forderungen auch, wenn sie noch nicht erfüllt sind oder erst nach dem Tod erfüllt wurden, z.B. Zahlungen, die nach dem Tod eingegangen sind. Auch ausländisches Vermögen ist zu benennen, z.B. ausländische Konten oder Immobilien.

Die einzelnen Positionen müssen mit Wertangaben versehen und so bezeichnet und beschrieben sein, dass der Pflichtteilsberechtigte in die Lage versetzt wird, den Wert selbst einzuschätzen. Soweit die Vermögensposition oder Verbindlichkeit mehreren zusteht, ist der Anteil des Erblassers anzugeben ...

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