Kartellrecht im professionellen Sport

Das Kartellrecht nimmt zunehmend Platz in der Bundesliga und insgesamt in der sportrechtlichen Praxis ein. Davon zeugen drei aktuelle Entscheidungen.

Die Vermarktung der Übertragungsrechte an den Spielen der Bundesliga und der zweiten Bundesliga für Fernsehen, Hörfunk und Internet obliegt bekanntlich zentral der DFL. Sie nimmt diese Aufgabe im Auftrag des Ligaverbandes wahr. Die Vermarktung der Rechte wird in Form eines Bieterverfahrens durchgeführt, dem jeweils Rechtepakete für mehrere Spielzeiten zugrunde liegen. Bei der letzten Rechtevergabe für die Spielzeiten 2013/2014 bis 2016/2017 erhielt Sky im Pay-Bereich den Zuschlag für sämtliche Verbreitungswege.

Das Vergabeverfahren wird eng mit dem Bundeskartellamt abgestimmt. Grund dafür sind die mit der gemeinsamen Vermarktung der Rechte verbundenen Beschränkungen des Wettbewerbs. Im Zuge des kürzlich für die Rechtevergabe der Spielzeiten bis 2020/2021 durchgeführten Verfahrens äußerte das Bundeskartellamt zu Beginn des Jahres erstmals Bedenken gegen das vom Ligaverband und der DFL geplante Vermarktungsmodell.

Zweiter Wettbewerber im Pay-Bereich notwendig

Vorgesehen war erneut einen Alleinerwerb eines Bieters für sämtliche Live-Rechte. Das Bundeskartellamt entschied, der Alleinerwerb bewirke eine Beschränkung des Innovationswettbewerbs, insbesondere in Bezug auf Internet-Angebote. Substantielle Pay-Rechte die zumindest auch dem Innovationspotential des Internets Rechnung tragen, müssten an einen zweiten Mitbewerber vergeben werden.

Neues Vermarktungsmodell

Ligaverband und DFL schlugen dem Bundeskartellamt daraufhin ein geändertes Vermarktungsmodell vor, welches das Bundeskartellamt mit Beschluss vom 11. April 2016 billigte.

Das neue Vermarktungsmodell sieht die sog. No-Single-Buyer-Rule (Alleinerwerbsverbot) für die wesentlichen Live-Rechte der Spiele der Bundesliga vor ...

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