Prüfungswissen: Der strafbefreiende Rücktritt vom Versuch, § 24 StGB

Hinweis: Einführung zu der Entscheidungsbesprechung: Erkennen fehlender Vollendungsmöglichkeit bei fehlgeschlagenem Versuch (BGH; Beschluss vom 22.10.2015 – 4 StR 262/15) Die Entscheidungsbesprechung wird heute mittag veröffentlicht.

Prüfungswissen: Der strafbefreiende Rücktritt vom Versuch, § 24 StGB

Ist der tatbestandsmäßige Erfolg nicht eingetreten und das Delikt damit nicht vollendet, so kommt ein strafbefreiender Rücktritt des Täters vom Versuch nach § 24 StGB in Betracht.
Dabei sind die Regelungen des § 24 I und II StGB zu unterscheiden, wobei Abs. 2 eine Sonderregelung für mehrere Tatbeteiligte darstellt.

I. Der Rücktritt des Einzeltäters, § 24 I 1 StGB
Der Rücktritt des Einzeltäters richtet sich nach § 24 I 1 StGB.
1. Voraussetzung hierfür ist jedoch zunächst, dass es sich nicht um einen fehlgeschlagenen Versuch handelt, da in diesem Fall ein strafbefreiender Rücktritt grundsätzlich ausgeschlossen ist.
Der „fehlgeschlagene Versuch“ ist zwar nicht im Gesetzeswortlaut verankert, wird aber als in der Struktur des § 24 StGB immanent angelegt betrachtet. Ein fehlgeschlagener Versuch liegt dabei vor, wenn der Täter nach seiner Vorstellung den
Erfolgseintritt in unmittelbar räumlichem und zeitlichem Zusammenhang mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nicht herbeiführen kann. Es ist also eine subjektive Betrachtungsweise ausschlaggebend.
2. Daran schließt sich die Prüfung an, ob ein beendeter oder unbeendeter Versuch vorliegt.
a) Diese Unterscheidung ist für die erforderliche Rücktrittshandlung von Bedeutung:
– Beim unbeendeten Versuch genügt ein bloßes „Nicht-weiter-Handeln“ des Täters ...

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