90-Jährige beansprucht Urheberrecht an beschädigtem Kunstwerk

von Andreas Stephan

Der Anwalt einer 90-jährigen Dame, die im Juli in Nürnberg ein Kreuzworträtsel-Kunstwerk in einem Museum beschädigt hat, indem sie es einfach mit einem Kugelschreiber ausgefüllt hat, behauptet nun, sie habe durch die Beschädigung ein eigenes Urheberrecht an dem Kunstwerk erworben, welches durch die anschließende Restaurierung zerstört worden sei.

Die 90-jährige frühere Zahnärztin Hannelore K. ergänzte und vervollständigte im Neuen Museum in Nürnberg das Kunstwerk „Wall“, eine Kreuzworträtsel-Collage des bereits verstorbenen Künstlers Arthur Köpcke mit einem Kugelschreiber. Hannelore K. meinte, es sei im Sinne des Künstlers, dass sein Werk vervollständigt werde. Aktuell wird gegen die Dame wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ ermittelt. Ihr Anwalt, Heinz-Harro Salloch geht davon aus, dass die 90-Jährige sich in einem „nicht vermeidbaren Verbotsirrtum“ befunden habe und damit schuldlos handelte, weshalb sie nicht bestraft werden könne. Außerdem gehe es in dem Werk um die schöpferische Idee und auf der Collage stehe eindeutig „insert words“. Seiner Meinung nach hätte das Museum – wenn es nicht gewollt hätte, dass jemand das Kreuzworträtsel ausfüllt – Vorkehrungen treffen und das Werk absperren müssen. Er geht sogar soweit, dem Museum in der 7 Seiten umfassenden Einlassung „fehlende Sachkunde über diese Kunstart“ zu bescheinigen.

Der Kugelschreiber-Eintrag auf dem Kunstwerk konnte mittlerweile mit einem Lösungsmittel wieder beseitigt werden, was laut Angaben des Museums aber eine dreistellige Summe gekostet habe ...

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