BKA zum Cybercrime Lagebild 2015

von Jens Ferner

Das Bundeskriminalamt hat das “Lagebild Cybercrime 2015” veröffentlicht. Dabei entwickelt sich der sich seit Jahren abzeichnende Trend hinsichtlich Täterstrukturen und Angriffszielen weiter ab, aus meiner Sicht droht hier ein zunehmendes eskalierendes Problem.

Anzahl der Cybercrime Taten 2015 nach PKS und Deliktsform (Quelle: BKA) Cybercrime 2015: Taten

Die eigentlich begangenen Taten sind zwar weiterhin durchaus interessant, bieten aber wenig Neues

Cybercrime Delikte 2015 – Aufteilung (Quelle: BKA)

Das Problem in der Statistik verbleibt dabei dass der Computerbetrug aus meiner Sicht kaum als Cybercrime-Straftat im engeren Sinn bezeichnet werden kann, da hier auch Transaktionen unter Nutzung missbräuchlich erlangter Kreditkartendaten bzw. Zahlungskarten erfasst sind. Also immer dann wenn ein Einbrecher oder Handtaschendieb eine EC-Karte samt PIN-Code erlangt und einsetzt erhöht dies die Fallzahl. Dass dies die Statistik verzerrt scheint den Behörden selber klar zu sein, die die Manipulation von Telekommunikationsanlagen als “Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten” gesondert erfassen, obwohl dies am Ende u.a. ein schlichter Computerbetrug ist. Der Bereich des Phishings lässt dabei in der Tendenz nach, was durchaus mit verbesserten Sicherungsmaßnahmen der Banken zu erklären ist. Interessant dabei, dass das “Skimming” im Lagebericht 2015 nicht einmal mehr namentliche Erwähnung findet.

Eskalierende Problematik beim Cybercrime

Die nackten Zahlen lenken durchaus von der eigentlichen Problematik ab: Kriminalität existiert als gesellschaftliches Phänomen, sie muss logischer Weise auch in digitaler Form existieren und wird hier auch weiter zunehmen. Dies nicht zuletzt auch, weil neue Straftatbestände geschaffen werden, so dürfte etwa im Jahr 2016 der neue Tatbestand der Datenhehlerei eine Rolle spielen, wenn auch zu Beginn nur im (sehr) Kleinen ...

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