Hochzeit als Kündigungsgrund?

Darf ein Arzt wegen einer erneuten Hochzeit gekündigt werden?

„Liebe tut weh.“, ist ein altes Sprichwort. Welcher Wahrheitsgehalt dieser Aussage zukommt, ist sicherlich eine Einschätzung, die abhängig vom Individuum und seinen Erfahrungen ist.

Eine schmerzhafte Erfahrung musste ein Chefarzt in der Abteilung für Innere Medizin eines katholischen Krankenhauses in Düsseldorf machen.
Die Handlung, die nun im Arbeitsrecht für großes Aufsehen sorgt, ging allerdings nicht von seiner Partnerin, sondern von seinem Arbeitgeber aus.
Maßgeblich geht es um die Klärung der Frage, welche Sonderrechte der Kirche als Arbeitgeber zustehen und in welchem Umfang sie diese ausüben darf.

Der Sachverhalt:
Der Arzt trennte sich 2005 von seiner ersten Ehefrau und ließ sich Anfang 2008 scheiden. Er fand eine neue Liebe. Diese heiratete er 2008 standesamtlich.
Eine Reaktion seines Arbeitgebers ließ nicht lange auf sich warten.
Der Dienstvertrag des Chefarztes basiert nicht etwa auf einem Tarifvertrag, sondern auf einer vom Erzbistum erlassenen Grundordnung.
Diese erlegt den Mitarbeitern die Anerkennung der katholischen Glaubens- und Sittenlehre auf.
Die Wiederheirat des Mannes verstößt gegen katholische Grundsätze und wird als ungültige Ehe angesehen.
In dem daraus resultierenden Loyalitätsverstoß sieht die Kirche Anlass für eine ordentliche Kündigung, die zum 30. September 2009 erfolgte.
Während die Kirche sich auf das in der Verfassung garantierte kirchliche Selbstbestimmungsrecht beruft, pocht der Arzt auf die ebenfalls durch die Verfassung geschützte Ehe und Familie.

Der Instanzenzug:
Der Fall ist bereits mehrfach behandelt und stark diskutiert worden. Der Arzt erhob Kündigungsschutzklage.
Er war 2011 vor dem Bundearbeitsgericht in Erfurt, ging von dort aus zum Bundesverfassungsgericht ...

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