Sommerhitze und Arbeitsrecht

Sommerhitze und Arbeitsrecht

Juli 28, 2016

Am Mittwoch den 20.07.2016 war in vielen Gebieten Deutschlands der bisher heißeste Tag des Jahres 2016. Die Temperaturen stiegen mancherorts in die Nähe der 40-Grad-Marke. Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Thema Sommerhitze wissen sollten, soll der nachfolgende Artikel zusammenfassen:

1. Welche Temperaturen dürfen am Arbeitsplatz herrschen? Zunächst ergibt sich im Grundsatz aus § 618 BGB, dass der Arbeitgeber für die Gesundheit seiner Mitarbeiter Sorge zu tragen hat. Die Vorschrift findet Anwendung auf Dienst- und Arbeitsverhältnisse, nicht jedoch auf Beamtenverhältnisse (BVerwG NJW 1985, 877). Beamte werden durch andere spezielle Schutznormen geschützt. Weitere Vorschriften zum Arbeitsschutz finden sich im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und in diversen Einzelrichtlinien, die im Verlaufe der Jahre erlassen wurden. Sogar konkrete Temperaturangaben sind der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und den anhängenden Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) zu entnehmen. Im Rahmen von § 7 ArbStättV gibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die zuvor vom Ausschuss für Arbeitsstätten (ASTA) ermittelten Erkenntnisse zum Arbeitsschutz bekannt. Die „ASR A3.5 Raumtemperatur“ trat im Jahr 2010 erstmals in Kraft und regelt, dass grundsätzlich eine Temperatur von 26 Grad nicht überschritten werden soll. Um dies zu erreichen, soll der Arbeitgeber geeignete Sonnenschutzsysteme (z.B. Jalousien oder Sonnenschutzverglasungen) installieren. Bei Außenlufttemperaturen über 26 Grad ist ein Stufenmodell vorgesehen.

2. Stufenmodell: Nach dem Stufenmodell soll der Arbeitgeber bei einer Außenlufttemperatur von über 26 bis zu 30 Grad wirksame Maßnahmen ergreifen, welche die Beanspruchung der Arbeitnehmer verringern ...

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