Gilt ein englisches Testament in Deutschland – trotz Brexit?

von Bernhard Schmeilzl

Das Vereinigte Königreich (wer gehört da eigentlich genau dazu?) hatte ja bereits vor dem Brexit-Referendum die EU-Erbrechtsverordnung abgeleht (opt out). Nun treten die Briten bald ganz aus der EU aus. Müssen britische Expats in Deutschland sowie alle Briten, die Vermögen in Deutschland besitzen, nun auch deutsche Testamente erstellen, weil die maschinengeschriebenen Zwei-Zeugen-Testamente hier nicht gelten?

Ganz ruhig: Durch den Brexit ändert sich überhaupt nichts. Britische Testamente (Wills), die nach den Formvorschriften des englischen oder schottischen Rechts erstellt wurden, sind nach wie vor gültig und werden von deutschen Nachlassgerichten anerkannt. Warum eigentlich?

Die EU-Erbrechtsverordnung sagt zu diesem Thema:

Artikel 27 Formgültigkeit einer schriftlichen Verfügung von Todes wegen

(1) Eine schriftliche Verfügung von Todes wegen ist hinsichtlich ihrer Form wirksam, wenn diese:

  1. dem Recht des Staates entspricht, in dem die Verfügung errichtet oder der Erbvertrag geschlossen wurde,
  2. dem Recht eines Staates entspricht, dem der Erblasser oder mindestens eine der Personen, deren Rechtsnachfolge von Todes wegen durch einen Erbvertrag betroffen ist, entweder im Zeitpunkt der Errichtung der Verfügung bzw ...
Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK