Für wie viele Unternehmen gilt die fixe Frauenquote?

von Ulrich Noack

151. Diese Zahl von „bör­sen­no­tierten und voll mit­be­stimmten Unter­nehmen, für die aktuell die feste Quote von 30 Pro­zent für alle Neu­be­set­zungen im Auf­sichtsrat gilt” nennt eine Über­sicht des Bun­des­mi­nis­te­riums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das ist zu einem Drittel falsch. Es sind ca. 100 Unter­nehmen, keine 151, die von der Geschlech­ter­quote des § 96 II AktG betroffen sind. Denn das Mit­be­stim­mungs­ge­setz gilt, wenn Unter­nehmen „in der Regel mehr als 2.000 Arbeit­nehmer beschäf­tigen” (§ 1 I Nr. 1 Mit­bestG). Nach den eigenen Daten, welche der Über­sicht zugrunde liegen (s. Excel-​Tabelle am Sei­tenende zum Down­load), errei­chen etwa ein Drittel der dort genannten Unter­nehmen diese Schwelle nicht. Also gilt für sie kein Mit­bestG und daher — ent­gegen dem Minis­te­rium — auch nicht die feste Quote.

Wie kann es zu sol­chen Fehlan­gaben auf einer offi­zi­ellen Minis­te­ri­ums­seite kommen? Die Erklä­rung liegt darin, dass offenbar pau­schal Arbeit­nehmer aus­län­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaften mit­ge­zählt wurden – frei­lich ohne dies im Daten­blatt offen­zu­legen, dem Umfang nach zu erläu­tern (EU? Welt?), geschweige zu begründen ...

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