„App-gespeckt“ – das Ende der alles kontrollierenden Apps

von Oliver Stutz

https://www.datenschutz-notizen.de/wp-content/uploads/2016/07/App-gespeckt.mp3

Manche mögen sich erinnern… die große Datenschutz-Novelle im Jahr 2001. Zum ersten Mal erblickte die Forderung nach Datensparsamkeit in Gestalt des noch etwas runzeligen § 3a Bundesdatenschutzgesetz das Licht der (Gesetzes-)Welt. Was versprach man, oder zumindest der Gesetzgeber, sich hiervon womöglich… ein grundlegendes Umdenken von Software-Entwicklern, die vor der Programmierung jeder Datenmaske zunächst in sich hineinhören, ob die zu speichernden Daten wirklich gebraucht werden, insgesamt… eine „neue Zurückhaltung“ bei der Datenerhebung. Buzz-words wie „Privacy by Design“ oder „Privacy by Default“ machten die Runde…

Was ist daraus geworden?

Wie sieht die Realität aus, 15 Jahre nach der Reform? Seien wir ehrlich, der Ruf nach Datensparsamkeit war lange Zeit nie mehr als ein gut gemeintes, höfliches Heben des Zeigefingers. In der Beratungspraxis ein stumpfes Schwert, nein, noch nicht einmal ein Schwert, eher ein Spiel-Dolch aus Plastik, wenn wir im Bild bleiben wollen.

Das überrascht natürlich nicht, denn der Ruf nach Datensparsamkeit, „die Auswahl und Gestaltung von Datenverarbeitungssystemen an dem Ziel auszurichten, … so wenig … Daten wie möglich zu erheben“ steht dem (finanziellen) Interesse der eigentlichen Zielgruppe des Gesetzes – nämlich Software- bzw. (neudeutsch) Application-Entwicklern – diametral entgegen. Hatte der Gesetzgeber wirklich die Vorstellung, dass Software-Entwickler die Funktionalität ihrer Produkte bewusst beschränken, also Datenbanken und Datenmasken reduzieren, um dem Ziel von Datensparsamkeit näher zu kommen?

Datenschutz als Wettbewerbsvorteil

Allerdings hat in den letzten Jahren ein vorsichtiges Umdenken stattgefunden ...

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