Vermeidung von Fehlern im Bewerbungsverfahren

In Bewerbungsverfahren werden auf Arbeitgeberseite regelmäßig Fehler gemacht, die zu Schadensersatzansprüchen der angelehnten Bewerber führen können. Die größten Stolpersteine sollen in dem folgenden Beitrag kurz dargestellt werden:

Vorbereitungen:
Schon bevor die erste Stellenanzeige geschaltet werden kann, hat der Arbeitgeber die ersten Klippen zu umschiffen. Der Betriebsrat ist zu unterrichten und kann im Einzelfall zunächst eine betriebsinterne Ausschreibung verlangen. Sofern die Besetzung der Stelle mit einem schwerbehinderten Arbeitnehmer in Betracht kommt, sind die Agentur für Arbeit und eine eventuell bestehende Schwerbehindertenvertretung zu informieren.

Formulierung der Stellenanzeige:
Bei der Formulierung einer Stellenanzeige ist auf die genaue Wortwahl zu achten. Grund hierfür ist das in Jahr 2006 eingeführt Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Das AGG legt fest, dass eine Stellenanzeige nicht diskriminierend sein darf und eröffnet abgelehnten Bewerbern eine Möglichkeit zu klagen. Es kann zwar in letzter Konsequenz nicht die Einstellung eingeklagt werden, wohl aber Schadensersatz. Voraussetzung ist, dass der abgelehnte Bewerber Indizien für eine Diskriminierung vorlegen kann.
Eine Stellenanzeige sollte daher so neutral wie möglich gehalten werden (was Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion etc. angeht). Wenn der Arbeitsplatz für eine Teilzeittätigkeit geeignet ist, muss auch diese Möglichkeit mit ausgeschrieben werden.
Schadensersatzansprüche wurden in der Vergangenheit vom Bundesarbeitsgericht beispielsweise zugesprochen bei der Suche nach „zwei Mitarbeitern zwischen 25 und 35 Jahren“ oder einem „jungen engagierten Volljuristen“. Es handelte sich nach Ansicht des Gerichts jeweils um Altersdiskriminierungen ...

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