Die wundersame Welt der Insolvenzanfechtung – Ein Interview mit Kai Engelsberg, Mitglied der Geschäftsleitung bei Aon Credit International

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(c) Aon

Geht ein Unternehmen insolvent, ist das für das Unternehmen selbst in der Regel ein unschönes Ereignis. Denn damit bekommt man schwarz auf weiß, dass sich das Geschäftsmodell – aus welchen Gründen auch immer – im Wettbewerb langfristig nicht durchsetzen konnte. Unschön kann eine Insolvenz aber auch für die Geschäftspartner des betroffenen Unternehmens sein, denn so eine Insolvenz zieht seine Kreise. Stichwort: Insolvenzanfechtung. Wir haben Kai Engelsberg von dem Versicherungsdienstleister Aon Credit International gefragt, womit Unternehmen bei einer Insolvenzanfechtung zu rechnen haben.

Energieblog: Sehr geehrter Herr Engelsberg, lassen Sie uns ganz grundsätzlich beginnen: Was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Begriff Insolvenzanfechtung?

Kai Engelsberg: Insolvenzverwalter können unter den Voraussetzungen der §§ 129 ff. InsO Rechtshandlungen des Insolvenzschuldners anfechten; und zwar in einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor Stellung des Insolvenzantrags. Das heißt, es werden unter Umständen vor etlichen Jahren erhaltene Zahlungen, also sichergeglaubte Einnahmen, angefochten und zurückgefordert.

Energieblog: Das hört sich nach unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiken an…

Kai Engelsberg: In der Tat kann das für betroffene Unternehmen zu massiven Problemen bis hin zur drohenden eigenen Insolvenz führen. Bereits die Fälle von Insolvenzanfechtung, die auch in der Presse Erwähnung fanden, zeigen, welche Konsequenzen sich für Unternehmen und die öffentliche Hand ergeben können. So hat die Insolvenz des Teldafax Konzerns (wir berichteten) zu Rückzahlungen von rund 100 Mio. Euro Energiesteuer (wir berichteten) durch den Bund, 13 Mio. Euro Sponsorengelder durch den Fußballverein Bayer Leverkusen, 2,8 Mio ...

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