„Die missglückte OP“ (BGH 1 StR 319/03)

Lösungsskizze

Tatkomplex 1: „die erste OP“

Strafbarkeit gem. §§ 223 I, 224 I Nr. 2 StGB

I. Tatbestand

1. Objektiver Tatbestand des § 223 I StGB

a) körperliche Misshandlung/ Gesundheitsschädigung

(P) Ärztlicher Heileingriff

aa) BGH: jede ärztliche Maßnahme ist tatbestandlich eine KV

bb) e.A Literatur: keine KV bei kunstgerechtem Eingriff

cc) a.A. Literatur: keine KV wenn körperliches Wohl erhöht oder bewahrt wird

dd) Streitentscheid = KV (+), Argument: Selbstbestimmungsrecht des Patienten

b) Zwischenergebnis

2. Objektiver Tatbestand des § 224 I Nr. 2 StGB (-)

(P) OP- Instrumente als gefährliches Werkzeug

3. Subjektiver Tatbestand (+)

II. Rechtswidrigkeit (-)

Einwilligung nach § 228 StGB (+)

III. Ergebnis (-)

Tatkomplex 2: „Die zweite OP wegen der Bohrerspitze“

Strafbarkeit gem. §§ 223 I, 224 I Nr. 2 StGB

I. Tatbestand

Wie oben

II. Rechtswidrigkeit

(P) Einwilligung nach § 228 StGB

1. Tatsächliche Einwilligung (-)

hier: Willensmangel durch fehlendes Aufklärungsgespräch

2. Mutmaßliche Einwilligung (-)

(P) Subsidiarität der mutmaßlichen Einwilligung

III. Schuld (+)

IV. Ergebnis (+)

Gutachten Tatkomplex 1: „die erste OP“

Strafbarkeit gem. §§ 223 I, 224 I Nr. 2 StGB
A könnte sich gem. §§ 223 I, 224 I Nr. 2 StGB strafbar gemacht haben, indem er mit einem Skalpell in das Schulterblatt eindrang und in dieses hineinbohrte.

I. Tatbestand
Zunächst müssten der Grundtatbestand und die Qualifikation des § 223 I Nr. 2 StGB erfüllt sein.

1. Objektiver Tatbestand des § 223 I StGB
Fraglich ist, ob der objektive Tatbestand des § 223 I StGB erfüllt wurde. Dafür müsste eine körperliche Misshandlung oder eine Gesundheitsschädigung vorliegen ...

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