Agile Projekte, agile Verträge

von Claudia Bischof

Die zunehmende Technisierung von Unternehmensprozessen bedingt eine steigende Komplexität von IT-Projekten. Teil dieser Entwicklung ist leider auch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Projekte anders endet, als ursprünglich geplant – mit Kostenüberschreitungen, anderem Funktionsumfang oder sogar Abbruch.
Gründe für ein Scheitern sind häufig unklare Vertragstypologien, fehlende Projektstrukturen, ungenügende Pflichtenhefte, fehlende Abnahmekriterien, mangelnde Kommunikation oder fehlende Projekterfahrung.

Agile Projektmethoden versuchen einen Teil dieser Fehler zu vermeiden, werfen aber gleichzeitig Fragen nach einer passenden Vertragsgestaltung auf.

1. Rückblick: Klassische Projektmethoden

Bei den klassischen Vorgehensmodellen, zum Beispiel Wasserfall- oder V-Modell, wird die Planungs-/Konzeptionsphase streng von der Implementierungsphase getrennt. Sie konzentrieren sich darauf, bereits zu Beginn eines Projektes die größtmögliche Planbarkeit des Projektes zu erzielen und die Software im Vorfeld klar, eindeutig und vollständig zu beschreiben.

Die Erfahrung aus größeren Projekten belegt jedoch, dass diese zunächst logisch erscheinende Aufspaltung häufig nicht durchgängig praktikabel ist, da sich jedenfalls bei längerer Entwicklungsdauer regelmäßig die Anforderungen des Auftraggebers ändern. Die Folge sind sogenannte Change Requests und oft lebhafte Diskussionen der Vertragsparteien, ob der „Change Request“ nicht doch schon im usprünglichen Leistungsumfang enthalten war.

2. Agile Projektmethoden

Die agilen Projektmethoden gehen einen anderen Weg. Bei ihnen ist von vornherein klar, dass zu Beginn eines Projekts noch nicht alle Details feststehen und im Projektverlauf von den Parteien gemeinsam erarbeitet werden müssen.

Der derzeit wohl populärste Vertreter dürfte Scrum sein. Zu Projektbeginn wird hier zunächst nur eine „Produktvision“ definiert ...

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