Persönlichkeitsrechtsverletzung im Spielfilm?

von Simone Staudacher

Spielfilme basieren häufig auf realen Geschehnissen oder werden zumindest hierdurch inspiriert. Es kann daher durchaus vorkommen, dass sich jemand in der Rolle eines Schauspielers selbst wiedererkennt, wenn „seine Geschichte“ verfilmt wurde. Kann derjenige gegen die Veröffentlichung des Films oder zumindest die entsprechenden Szenen vorgehen?

Ein Mann war in den 80er Jahren Schüler und wurde, wie zahlreiche weitere Schüler an dieser Schule, Opfer umfangreicher sexueller Gewalt. Er verfasste 2011 ein Buch, in dem er unter anderem die sexuellen Übergriffe schildert.

Michael Roeder / Shutterstock.com

Er geht gegen einen Film vor, der im Jahr 2014 ausgestrahlt wurde. In diesem ist einer der Filmfiguren Opfer sexuellen Missbrauchs. Der Kläger ist der Auffassung, er würde in der Filmfigur erkennbar sein. Dies bereits aufgrund der optischen Übereinstimmungen. Ferner seien die sexuellen Übergriffe, denen die Filmfigur ausgesetzt sei, der Realität entnommen und würden so auch in seinem Buch beschrieben. Er weist zudem auf weitere Übereinstimmungen von Film und Realität hin.

Der Filmproduzent hingegen meint, die Filmfiguren seien rein fiktional und bildeten die typischen, vielfach übereinstimmend geschilderten Erfahrungen zahlreicher Missbrauchsopfer ab. Die Biographie des Klägers weiche vom Film ab und der Film sei in Kostüm und Szenebild in den 70er Jahren angesiedelt und damit vor der Schulzeit des Klägers.

Die Entscheidung des Gerichts zum Spielfilm

Das LG Hamburg wies die Klage mit Urteil vom 03.06.2016 – Az ...

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