„Dammbruch“ für Bewirtungskosten bei gemischt veranlassten Feierlichkeiten?

Der Große Senat des BFH hatte 2009 entschieden, dass § 12 Nr. 1 EStG kein allgemeines Aufteilungs- und Abzugsverbot für gemischt veranlasste Aufwendungen enthält – eine Zäsur in der Finanzrechtsprechung.

In der jüngeren Vergangenheit hatten sich die Finanzgerichte in diesem Zusammenhang insbesondere mit Bewirtungskosten im Rahmen von Feierlichkeiten auseinanderzusetzen. Vornehmlich standen dabei Geburtstagsfeiern und Dienstjubiläen im Mittelpunkt.

Dabei entschieden sich die Richter – so zumindest mein persönliches Empfinden – weit überwiegend zugunsten des Steuerpflichtigen für die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen – ein (länger aufgestauter) Damm scheint gebrochen.

Wo sind jedoch die Grenzen der steuerlichen Abzugsfähigkeit bei den Bewirtungskosten im Nebel zwischen privaten und beruflichen Motiven zu verorten?

Als zentrales Indiz für die berufliche oder private Veranlassung ist der Anlass der Veranstaltung heranzuziehen. Es ist festzustellen, ob das auslösende Moment der Bewirtungsaufwendungen in der Erwerbs- oder der persönlichen Lebenssphäre begründet liegt. Weitere einzubeziehende Kriterien sind die Person des Gastgebers, wer die Gästeliste bestimmt, der Kreis der eingeladenen Gäste und deren persönliche Beziehung zum Gastgeber sowie an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet.

Trotz eines herausgehobenen persönlichen Ereignisses (z. B. Geburtstag) kann sich aus den übrigen Umständen des Einzelfalls eine berufliche Veranlassung ergeben ...

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