Differenzbesteuerung – Ermittlung Grenze für Kleinunternehmer

von Hans-Peter Schneider

Bei der Umsatzsteuer hilft der Blick in das Gesetz nicht immer weiter. Ob dort die richtige Rechtsanwendung nachzulesen ist, darf bezweifelt werden. Besser ist es auf die Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) zu schauen. Auf diese darf sich der EU-Bürger berufen. Sie hat also Vorrang vor dem deutschen Gesetz.Diesen Grundsatz hat das FG Köln jüngst beachtet (9 K 667/14). Wie wird der Gesamtumsatz berechnet bei einem Kleinunternehmer, der die Differenzbesteuerung (§ 25a UStG) anwendet? Das FA – wie könnte es auch anders sein – ermittelt als Umsatz den vom Käufer tatsächlich gezahlten Betrag. So interpretiert die Finanzverwaltung das Gesetz (§ 19 Abs. 1 UStG). Auf den ersten Blick mag man dem zustimmen.

Doch die Richter des 9. Senates haben die MwStSystRL hinzugezogen. Dort bestimmt Art. 288 Nr. 1, dass sich der Umsatz aus dem Betrag der Lieferung von Gegenständen und Dienstleistungen zusammensetzt, soweit diese besteuert werden ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK