Erfolge und Grenzen der Online-Fahndung bei Facebook

Aufrufe zur Fahndung von (angeblichen) Straftätern im Internet haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Vor allem das soziale Netzwerk Facebook wurde sowohl von öffentlichen Stellen wie der Polizei, aber auch von Privatleuten, als Plattform für die Online-Fahndung entdeckt. Zu den Licht- und Schattenseiten einer neuen Methode der Strafverfolgung.

Online-Fahndung der Polizei ist erfolgreich

Die schnelle und massenhafte Verbreitung von Fahndungsaufrufen durch die Polizei im Internet führt, laut einer vom Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegeben Studie der TU Berlin, zu statistisch belegbaren Fahndungserfolgen. Die Facebook Fahndungsseite der Polizei Niedersachsen wurde nur binnen eines Monats 2,2 Millionen Mal aufgerufen und einzelne Beiträge bis zu 150.000 Mal gelesen.

So konnte etwa die Polizeidirektion Hannover zwischen März und Oktober 2011 acht gesuchte Personen durch Hinweise über Facebook ausfindig machen, während sie über den gleichen Zeitraum keinerlei entscheidende Informationen über die klassischen Medien erhielt. Rein zahlenmäßig spricht daher viel für die Online-Fahndung.

Online-Fahndung ist gefährlich

Der Effekt der schnellen und massenhaften Verbreitung, der für den Erfolg von Online-Fahndung so ausschlaggebend ist, sorgt zusammen mit den der Internet-Welt eigenen Dynamiken und Reaktionen der User auch für das große Gefahrenpotenzial, den diese Methode der Täterermittlung mit sich bringt. In einem Rechtsstaat gilt auch für dringend Tatverdächtigte die Unschuldsvermutung. Vorverurteilungen, Beleidigungen, Hetze und sogar Aufrufe zur Lynchjustiz sind trotzdem leider keine Seltenheit in Zusammenhang mit öffentlichen Fahndungsaufrufen und können verheerende Folgen für die Betroffenen haben ...

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