Professor bricht Vorlesung ab – 500 Euro Geldbuße

von Andreas Stephan

Das Verwaltungsgericht Münster musste sich kürzlich mit der Frage beschäftigen, ob der Vorlesungsabbruch eines Hochschulprofessors mit einer Geldbuße in Höhe von 500 Euro im Rahmen eines Disziplinarverfahrens geahndet werden durfte.

Der Kläger ist Hochschulprofessor einer Fachhochschule auf Lebenszeit und vertritt das Lehrgebiet Konstruktionstechnik. Seit Beginn seiner Tätigkeit lehrte er regelmäßig auch das Pflichtfach Konstruktionslehre 1. Die Veranstaltung besteht regelmäßig aus vier Semesterwochenstunden, davon 2 Stunden Vorlesung, 1 Stunde Übung und 1 Stunde Praktikum.

Zu Beginn des Wintersemesters 2013/14 nahm der Kläger wiederum die wöchentliche Vorlesung im Fach Konstruktionslehre 1 auf. Am 29. Oktober 2013 brach er die Vorlesung – nach seinen Angaben etwa 20 Minuten vor dem regulären Ende – ab. Am folgenden Tag wandte er sich per Mail an die Studierenden und teilte diesen Folgendes mit:

„…Nachdem in den Vorlesungen ein unzumutbarer Lärmpegel herrscht und das Lehrformat deshalb pädagogisch nicht sinnvoll durchgeführt werden kann, werden wir die Vorlesungen künftig streichen.

Stattdessen wird Dienstags 09:40-11.10 Uhr in Raum 1.363 künftig eine zusätzliche Übungsgruppe (G4) angeboten. Um gleichmäßig große Gruppen zu bekommen, sind per Losverfahren einige von Ihnen in die neue Gruppe 4 umverteilt worden (bitte nachsehen, die neue Gruppenverteilung gilt ab nächste Woche).…“

Im Anschluss daran wurde der Dekan von einem Studenten per E-Mail über den Vorlesungsabbruch informiert. In mehreren Gesprächen mit dem Präsidenten der Hochschule und dem Dekan gab der Kläger zu erkennen, dass er die Vorlesung nicht wieder aufnehmen werde. Auch nach einem förmlichen Anschreiben des Präsidenten änderte der Kläger seine Meinung nicht, sodass ein Vertreter für die Vorlesung bestellt werden musste ...

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