Lektion 1 – von Sklavenfängern und Buchdruckern

von Maximilian Greger

Der Arme Poet

Gibt es das Urheberrecht eigentlich schon immer? Also existierte es schon in der Antike?

Ganz und gar nicht. Weder die Antike noch das Mittelalter kannten ein Urheberrecht, das geistige Schöpfungen schützt. Zwar ärgerte sich schon damals der berühmte Dichter und Spötter Martial über seinen Konkurrenten Fidentinus, da dieser Martials Verse als die eigenen Vortrug. Martial rächte sich in Form eines Epigramms, in dem er seine Bücher mit freigelassenen Sklaven – die man nicht erneut versklaven durfte – gleichsetzte und Fidentinus als plagiarius (Sklaventreiber) bezeichnete. Dabei blieb es aber auch. Wovon lebten dann Künstler? In der Antike unterstützte der sog. Mäzen den Schöpfer – der z. B. als Hofdichter, Hofmaler oder Hofmusiker wirkte – durch »Honorar«, Anerkennung und Lebensunterhalt. Dafür durfte der Mäzen mit dem Werk machen, was er wollte. Das änderte sich auch im Mittelalter nicht. Die Privilegien, die Städte, Landesherren, oder der jeweilige Kaiser den Verlegern oder Druckern während der gewährten, schützten nicht die Autoren, sondern waren ein Gewerbemonopol zugunsten der Buchdrucker.

Die Naturrechtler des 18. Jahrhunderts fanden das irgendwann – also zur Zeit der Aufklärung – ziemlich doof ...

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