Fotoklau: Paniertes Schnitzel für rund 1.000 Euro

von Lutz Ruminski

Endlich ist die neue Website zur Selbstpräsentation fertig, es fehlen nur noch professionell wirkende Fotos, damit der „Traffic“ auch richtig in Schwung kommt. Wozu kaufen, wenn andere Internet-Auftritte die gewünschten Motive schon bereithalten? Ein paar Mausklicks, schon sitzt die Kopie an der richtigen Stelle. Wer das Bild ursprünglich in Szene gesetzt hat, bleibt unerwähnt. Wozu auch? Das Foto stammt ja nicht vom ausgewiesenen Profi, sondern allenfalls von einem „ambitionierten Amateur“, da wird sich schon keiner weiter aufregen. So oder ähnlich denken viele Inhaber von Websites, die Begriffe wie Urheberrecht oder Lizenzgebühren nicht kennen – oder gar bewusst ignorieren. Im Einzelfall kann das allerdings teuer werden.

Viele Nutzer, aber keine Lizenzgebühren

Im vorliegenden Fall ging es um das Bildmotiv „Paniertes Schnitzel mit Zitronenscheibe“, vom Betreiber einer Website für Kochrezepte selbst aufgenommen und online gestellt. Das professionell wirkende Foto erfreute sich bald großer Beliebtheit – allerdings anders, als es sich der Urheber vorgestellt hatte. Ohne zu fragen oder den Fotografen namentlich zu nennen, fand sich das Bild bald auf anderen Websites wieder. Der Urheber mochte sich das nicht gefallen lassen und verfasste selbst zahlreiche Abmahnungen, um die ihm zustehenden Lizenzgebühren durchzusetzen. Eine dieser Auseinandersetzungen endete schließlich mit einer Klage und wurde letztlich vom Landgericht Düsseldorf zu Gunsten des Urhebers entschieden (Az. 23 S 386/11) ...

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