Ablichten einer Sandskulptur – gilt die Panoramafreiheit?

von Maximilian Greger

Sandfigur auf dem Münchner Tollwood Festival

Jeder kennt Sandburgen am Strand oder – wie auf dem Foto erkennbar – Sandskulpturen auf einem Festival. Die auf dem Foto abgelichtete Sandfigur dürfte ohne Weiteres ein urheberrechtlich geschütztes Werk der bildenden Kunst sein (§ 2 UrhG). Zum einen erfordert § 2 UrhG keine »ewige« wahrnehmbare Formgestaltung – auch Eisfiguren oder Sandskulpturen, die nur für kurze Dauer existieren, genießen urheberrechtlichen Schutz. Zum anderen dürfte auch kein Zweifel daran aufkommen, dass die Schöpfungshöhe überschritten ist.

Die große Frage lautet aber: Darf ich die urheberrechtlich geschützte Sandfigur fotografieren und das Foto dann im Internet veröffentlichen?

Prinzipiell darf einzig und allein der Urheber darüber entscheiden, ob und wie er sein Werk verwertet. Er kann daher zunächst jedem verbieten, sein Werk zu nutzen, also z. B. zu vervielfältigen, zu verbreiten oder öffentlich wiederzugeben, es sei denn, er hat Dritten die Nutzung gestattet. Allerdings springt uns förmlich die Panoramafreiheit gemäß § 59 UrhG ins Auge. Diese Schranke erlaubt es Dritten, ein urheberrechtlich geschütztes Werk zweidimensional zu nutzen, d. h ...

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