Zeitreihenvergleich oder wie Tote zum Leben erweckt werden sollen

von Christian Herold

In den vergangenen Monaten habe ich mehrere Vorträge zum Urteil des X. BFH-Senats vom 25.3.2015 (X R 20/13) bezüglich des Zeitreihenvergleichs hören dürfen und auch zahlreiche Beiträge gelesen. Oftmals ging es darum, dass von Finanzbeamten versucht wurde, das Urteil des BFH irgendwie für falsch, nur auf den Einzelfall bezogen oder – aufgrund neuerer Prüfmethoden – für mittlerweile überholt darzustellen. Mittels – meist in der Kürze der Zeit nicht nachvollziehbarer – Grafiken wurde dann versucht darzulegen, warum der heute gebräuchliche Zeitreihenvergleich durch das genannte Urteil nicht betroffen sei und er im Übrigen eine gute Argumentationsgrundlage sei, um eine Buchführung dennoch anzuzweifeln. Sofern Richter oder Steuerberater auf dem Podium anwesend waren, wurde natürlich dagegen gehalten. Ich folge selbstverständlich der Auffassung der Richter.

Bezüglich der Anwendbarkeit des Zeitreihenvergleichs hat sich die Finanzverwaltung an das Urteil des BFH zu halten. Es ist im BStBl II 2015, S. 743 veröffentlicht worden und daher von den Betriebsprüfern zu beachten. Ich erspare mir an dieser Stelle, die Leitsätze erneut aufzuführen. Im Wesentlichen geht es aber darum, dass eine Buchführung, die keine oder nur geringe formelle Mängel aufweist, durch den Zeitreihenvergleich grundsätzlich nicht angezweifelt werden darf. Das heißt: Ohne formelle Mängel kein Zeitreihenvergleich und keine Hinzuschätzung – ich wüsste nicht, warum diese eindeutige Aussage nur Altfälle betreffen sollte. Ein weiterer Kerngedanke des Urteils liegt übrigens darin, dass eine gewählte Verprobungsmethode nachvollziehbar sein muss ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK