Autorengespräch: Gewalt und Mimikry – Vom frühen Trauma zum Amoklauf

von Christian Wickert

In Kooperation mit dem Surveillance Studies Blog veröffentlicht Criminologia Rezensionen von Bücher aus den Bereichen Überwachung & Kontrolle und Kriminologie.

Weitere Rezensionen finden sich hier.

Titel: Gewalt und Mimikry – Vom frühen Trauma zum Amoklauf Autor: Andreas Prokop Jahr: 2016 Verlag: Springer ISBN: 978-3-658-13796-0

Das Gespräch führte Christian Wickert, Hamburg.

Dr. Andreas Prokop

Dr. Andreas Prokop, Kriminologe und regelmäßiger Autor hier auf Criminologia, hat kürzlich seine Dissertationsschrift im Springer-Verlag vorgelegt.

Gewalt und Mimikry. Vom frühen Trauma zum Amoklauf“ ist eine gut 300 Seiten starke, intellektuell herausfordernde Abhandlung, die sich abseits der ausgetretenen Pfade der ‚Mainstream-Kriminologie‘ einer sozialpsychologischen und psychoanalytischen Beschreibung und Erklärung von sog. Amokläufen widmet. Ich habe mich mit Andreas über seine „meinungsstarke Streitschrift“ (Lorenz Böllinger im Geleitwort) unterhalten.

Andreas, Du hast Dich die letzten Jahre im Rahmen Deiner Dissertation, die jetzt in Buchform vorliegt, mit Amokläufen beschäftigt. Wie bist Du auf dieses in der ‚Mainstream-Kriminologie‘ doch eher vernachlässigte Thema gekommen?

Christian, dass die ‚Mainstream-Kriminologie‘ das Thema vernachlässigt hätte, kann man vielleicht nicht einmal sagen; nur, dass sie dabei einen zu kurz greifenden ‚methodisch-individualistischen‘ Ansatz verfolgt. Die ‚kritische Kriminologie‘ wiederum, der wir ja beide verpflichtet sind, hat den Einzelnen – mit Klaus Horn den Vereinzelten – wohl zu sehr aus den Augen verloren.

Ein wesentlicher Anlass für meine Beschäftigung mit dem Thema amokartige Gewalt war sicherlich die Schockwirkung des Amoklaufs von Erfurt im Jahre 2002, den ich allerdings nicht untersucht habe. Ich wohnte damals in Jena, war also nicht weit entfernt vom Ort des Geschehens ...

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